Berufsunfähigkeitsversicherung Risikoprüfung Warum wir mit Eigenerklärungen arbeiten

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei uns beantragt, kommt an einem Thema nicht vorbei: der Risikoprüfung. Genau hier entscheidet sich in vielen Fällen, ob ein Antrag problemlos angenommen wird, ob Zuschläge erhoben werden oder ob es zu Einschränkungen kommt.
Denn gesundheitliche Einschränkungen können einer Normalannahme genauso im Wege stehen wie gefährliche Hobbys, ein hoher BMI oder auch eine besondere berufliche Situation.

Bei uns in der Praxis zeigt sich immer wieder: Die größte Herausforderung liegt nicht darin, dass Kunden etwas absichtlich verschweigen, ganz im Gegenteil: Die meisten wissen mittlerweile, wie wichtig korrekte Angaben sind. 

Schwieriger ist es aber, Sachverhalte so darzustellen, dass die Risikoprüfer sie auch tatsächlich fair und sauber bewerten können. Standardisierte Fragebögen stoßen hier schnell an ihre Grenzen.

Ein typisches Beispiel: Eine BU-Interessent hatte vor einigen Jahren einmal Rückenschmerzen und war deshalb beim Arzt und hat Physiotherapie verschrieben bekommen. Im Fragebogen wird daraus schnell ein schlichtes „ja“. Was dabei verloren geht, ist der Kontext. War es eine einmalige Überlastung, etwa beim Sport? Gab es eine längere Behandlung? Bestehen heute noch Beschwerden?

All diese Fragen bleiben offen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Warum wir nicht mit starren Fragebögen arbeiten

Für den Risikoprüfer entsteht dadurch ein unvollständiges Bild. Im Zweifel wird eher vorsichtig entschieden – nicht, weil das Risiko tatsächlich hoch ist, sondern weil die Informationen nicht ausreichen, um es sauber einzuordnen.
Zudem ist der Wissensdurst der Versicherer in den Fragebögen kaum zu stillen: Abfragezeiträume werden ausgeweitet und Fragenkataloge entwickelt, bei denen unsere Kunden sprichwörtlich „die Hose runterlassen müssen“. Und das geht selten gut aus.

Genau an dieser Stelle setzen wir mit sogenannten Eigenerklärungen an.

Was ist eine Eigenerklärung?

Eine Eigenerklärung ist eine individuell formulierte, ergänzende Beschreibung eines gesundheitlichen oder sonstigen risikorelevanten Sachverhalts. Sie dient dazu, Fragen aus dem Antrag verständlich zu erläutern und die Antworten in den richtigen Kontext zu setzen.

Im Unterschied zu einem klassischen Fragebogen, der meist nur abfragt, ob ein bestimmter Sachverhalt vorliegt, geht es bei der Eigenerklärung um das „Wie“ und „Warum“. Es wird also nicht nur festgehalten, dass etwa Beschwerden bestanden haben, sondern auch, wann diese aufgetreten sind, wie sie verlaufen sind, wie sie behandelt wurden und wie die Situation heute einzuschätzen ist.

Damit entsteht ein deutlich vollständigeres Bild, das eine fundierte Risikoprüfung überhaupt erst ermöglicht.

Der Vorteil einer Eigenerklärung für Kunden

Für den Kunden bedeutet eine Eigenerklärung primär eines: die Möglichkeit, die eigene Situation verständlich darzustellen.

Viele medizinische Sachverhalte lassen sich nicht in ein Ja-Nein-Schema pressen.

Eine Diagnose allein sagt oft wenig darüber aus, wie relevant ein Thema tatsächlich ist. Erst der Verlauf, die Behandlung und der aktuelle Zustand machen eine Bewertung möglich.
Eine Eigenerklärung schafft genau diesen Zusammenhang. Sie sorgt dafür, dass

  • Sachverhalte nicht missverständlich dargestellt werden,
  • frühere Beschwerden korrekt eingeordnet werden können,
  • der aktuelle Gesundheitszustand sichtbar wird,
  • und der Versicherer eine fundierte Entscheidung treffen kann.

Das erhöht die Transparenz im gesamten Prozess und verbessert die Grundlage für eine faire Risikobewertung.

In der Praxis ist das ein himmelweiter Unterschied.

Das ist der Fragebogen bei einer Erkrankung der Wirbelsäule von einem Versicherer:

Und das hier ist eine Eigenerklärung: 

Die Eigenerklärung punktet an unterschiedlichen Stellen:

Kontext statt Checkbox

Ein Fragebogen zerlegt einen medizinischen Sachverhalt in einzelne Kästchen: Diagnose, Häufigkeit, Dauer, Behandlung. Das ist formal korrekt, aber oft inhaltlich unvollständig. 

Im Wirbelsäulen-Fragebogen wird zum Beispiel abgefragt, ob Beschwerden bestanden haben, wie oft sie aufgetreten sind oder ob eine Krankschreibung erfolgt ist. Was dabei fehlt, ist der Zusammenhang: Warum ist das entstanden? Wie schwer war das wirklich? Wie ist der Verlauf einzuordnen?

Eine Eigenerklärung schließt genau diese Lücke. Sie verbindet die einzelnen Informationen zu einem Gesamtbild – und genau dieses Gesamtbild benötigt der Risikoprüfer, um eine faire Entscheidung zu treffen.

Kurz gesagt: Der Fragebogen liefert Daten – die Eigenerklärung liefert Verständnis.

Individuelle Einordnung statt pauschaler Bewertung

Fragebögen arbeiten bewusst standardisiert. Das führt aber dazu, dass vollkommen unterschiedliche Sachverhalte am Ende gleich aussehen können.

Im Fragebogen wird beispielsweise abgefragt, ob Beschwerden „einmalig“, „mehrmals“ oder „chronisch“ aufgetreten sind. Zwei Kunden können hier dieselbe Kategorie ankreuzen – obwohl der tatsächliche Hintergrund komplett unterschiedlich ist.

Eine Eigenerklärung macht genau diese Unterschiede sichtbar:

  • einmalige Überlastung vs. strukturelles Problem
  • kurze Behandlung vs. langwieriger Verlauf
  • heute beschwerdefrei vs. weiterhin eingeschränkt

Damit wird aus einer pauschalen Kategorie eine individuell bewertbare Situation.

Kurz gesagt: Der Fragebogen denkt in Kategorien – die Eigenerklärung zeigt den Einzelfall.

Weniger Missverständnisse – bessere Grundlage für die Risikoprüfung

Ein Fragebogen zwingt dazu, komplexe Sachverhalte stark zu verkürzen. Das führt in der Praxis häufig zu Unsicherheiten auf Seiten des Versicherers.

Die typische Folge:

  • Rückfragen
  • vorsichtige Einschätzungen
  • Zuschläge oder Ausschlüsse „zur Sicherheit“

Der Fragebogen selbst weist sogar darauf hin, wie kritisch unvollständige oder missverständliche Angaben sind und welche Konsequenzen das haben kann.

Eine Eigenerklärung reduziert genau dieses Risiko. Sie beantwortet viele Fragen bereits im Vorfeld und sorgt dafür, dass der Sachverhalt von Anfang an klar eingeordnet werden kann.

Kurz gesagt: Der Fragebogen erzeugt oft Rückfragen – die Eigenerklärung gibt Antworten.

BU-Absicherung professionell vorbereiten

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist komplex.
Eine gute Vorbereitung mit professionell erstellten Eigenerklärungen entscheidet oft über Annahme oder Ablehnung. Wir unterstützen Sie beim Antragsprozess.

Eigenerklärungen: auch für den Versicherer von Vorteil

Eine Eigenerklärung ist kein einseitiges Instrument zugunsten des Kunden. Auch der Versicherer profitiert davon.

Risikoprüfer müssen innerhalb kurzer Zeit Entscheidungen treffen. Je klarer und strukturierter die Informationen sind, desto besser kann diese Entscheidung ausfallen. Unklare oder lückenhafte Angaben führen dagegen häufig zu Rückfragen oder vorsichtigen Einschätzungen.

Eine gute Eigenerklärung reduziert genau diese Unsicherheiten. Sie liefert die Informationen, die für eine Einordnung notwendig sind, und ermöglicht eine differenzierte Bewertung des Einzelfalls.

Wann wir Eigenerklärungen einsetzen

Für uns als Makler ist die Eigenerklärung ein zentrales Werkzeug in der Vorbereitung von Anträgen und Risikovoranfragen.

Unser Anspruch ist es nicht, Informationen einfach weiterzugeben, sondern sie fachlich aufzubereiten. Das bedeutet: Wir strukturieren Sachverhalte, stellen die richtigen Zusammenhänge her und sorgen dafür, dass das, was tatsächlich vorgefallen ist, auch so verstanden werden kann.

Das hilft nicht nur dem Kunden, sondern verbessert die Qualität der gesamten Risikoprüfung. Eine sauber formulierte Eigenerklärung ist daher kein Zusatz, sondern Bestandteil einer professionellen Beratung.

Eigenerklärungen kommen immer dann zum Einsatz, wenn ein Sachverhalt erklärungsbedürftig ist. Das ist häufiger der Fall, als viele zunächst denken.

Typische Beispiele sind:

  • frühere Beschwerden, die heute keine Rolle mehr spielen,
  • Diagnosen, die ohne Kontext schwer einzuordnen sind,
  • wiederkehrende, aber gut kontrollierte Themen,
  • oder komplexere Verläufe mit mehreren Behandlungen.

Gerade in diesen Fällen entscheidet die Darstellung darüber, wie ein Versicherer den Sachverhalt bewertet.

Was eine gute Eigenerklärung ausmacht

Eine Eigenerklärung muss klar, strukturiert und nachvollziehbar sein. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern die Qualität der Informationen.

Wichtige Bestandteile sind:

  • der Anlass der Beschwerden oder Behandlung,
  • der zeitliche Verlauf,
  • die Art der Behandlung oder Abklärung,
  • das Ergebnis der Maßnahmen,
  • und der aktuelle Gesundheitszustand.

Ziel ist es, ein Gesamtbild zu vermitteln, das eine sachliche Bewertung ermöglicht.

Was eine Eigenerklärung nicht ist

Eine Eigenerklärung ist kein Mittel, um Risiken zu verschleiern oder Angaben zu relativieren. Sie ersetzt keine vollständige und wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen.

Ihr Zweck ist nicht, etwas „schönzureden“, sondern einen Sachverhalt korrekt darzustellen.

Genau deshalb ist sie so wichtig: Sie schafft Klarheit, nicht Unschärfe.

Die Eigenerklärung macht den Unterschied

Die Eigenerklärung ist ein zentrales Instrument, um Gesundheitsangaben verständlich, vollständig und fachlich sauber darzustellen. Sie schafft die Grundlage für eine realistische Risikoprüfung und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Für Kunden bedeutet das mehr Transparenz und eine bessere Darstellung der eigenen Situation. Für Versicherer bedeutet es klarere Informationen und fundiertere Entscheidungen. Und für uns als Makler ist sie ein wesentlicher Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Beratung.

Deshalb arbeiten wir mit Eigenerklärungen – weil sie den Unterschied machen zwischen einer schematischen Bewertung und einer echten Einzelfallbetrachtung.

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