Berufsunfähigkeitsversicherung und ärztliche AttesteDer beste Weg zur perfekten Absicherung
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, muss eine Gesundheits- und Risikoprüfung durchlaufen. Und er muss dabei seiner vorvertraglichen Anzeigepflicht gemäß § 19 VVG nachkommen, die gestellten Fragen also korrekt beantworten. Das klingt jetzt erst einmal recht einfach.
Aber der Teufel steckt hier im Detail. Wer erinnert sich noch an alle Arztbesuche der letzten fünf bis zehn Jahre? Welche Medikamente hat man genommen? Wie oft manuelle Therapie nach dem Sportunfall bekommen? Und wann war der eigentlich?
Um das rechtssicher aufzubereiten, empfiehlt sich der Blick in die Patientenakte der gesetzlichen Kasse, bei der Sie versichert sind. Denn da werden alle Abrechnungsdiagnosen, Krankenhausbesuche, Medikamente und Therapien aufgelistet. Privatversicherte haben es noch einfacher: Sie bekommen mit jeder Rechnung auch gleich die Diagnose zugeschickt.
Wer das von uns auswerten lässt, der schwankt meist zwischen Erstaunen und blankem Ärger. Denn oft finden sich in den Unterlagen Diagnosen der eigenen Behandler, von denen man bis eben gerade gar nichts gewusst hat.
Die Gründe dafür?
Vielfältig. Nicht selten sind es sogenannte „Gefälligkeitsdiagnosen“: Der Patient wollte eben gerne mal Physio verschrieben bekommen und das geht nicht ohne Diagnose. Aber muss es gleich Skoliose sein? Aber es gibt auch technische Abrechnungsdiagnosen, die von Ärzten zur Budgetoptimierung genutzt werden, und dann klebt einem das Asthma schneller am Hemd, als man schauen kann. Oder aus einem vertraulichen Gespräch über Probleme in der Partnerschaft wird eine veritable Angststörung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Diagnosen in der Patientenakte sind oft nicht eindeutig
- Abrechnungsdiagnosen können falsch oder überzeichnet sein.
- Verschweigen von Diagnosen ist keine Option
- Der Schlüssel liegt deshalb in der sauberen Aufbereitung der eigenen Gesundheitshistorie
- Ärztliche Atteste helfen dabei, Diagnosen medizinisch richtig einzuordnen
- Sie schaffen Klarheit, wenn andere Nachweise nicht ausreichen.
Diagnosen mit Folgen
Das Problem: Mit vielen dieser Falschdiagnosen wird es schwer, BU-Schutz zu bekommen. Mit manchen sogar unmöglich.
Also doch verschweigen?
Immerhin wissen Sie ja, dass Sie keine Angststörung hatten, nur weil der letzte Partner nicht Mr. Right war. Das ist keine gute Idee, denn dann ploppt im Leistungsfall diese Diagnose auf und der Versicherer macht seine Rechte aus § 19 VVG geltend.
Ohne ins Detail zu gehen: Das läuft in aller Regel darauf hinaus, dass der BU-Vertrag sich vor Ihren Augen in Luft auflöst. Die gute Nachricht lautet: Sie sind diesen fehlerhaften Einträgen nicht schutzlos ausgeliefert. Eine Diagnose in der Patientenquittung ist kein in Stein gemeißeltes medizinisches Schicksal, sofern man weiß, wie man sie fachgerecht entkräftet (und wir wissen das natürlich).
Das ärztliche Attest fungiert dabei als Ihr wichtigstes strategisches Werkzeug.
Damit dokumentieren wir schwarz auf weiß, warum eine Diagnose in Ihrer Akte steht, die dort eigentlich nichts zu suchen hat, und räumen so die Stolpersteine aus dem Weg zum BU-Vertrag. Und so gehen wir dabei vor.
Die Aufbereitung der Gesundheitsangaben
Bevor eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt wird, braucht es eine belastbare Grundlage für die Gesundheitsangaben. Denn nur wer seine eigene Gesundheitshistorie vollständig und nachvollziehbar kennt, kann die Fragen im Antrag korrekt beantworten.
Die Ausgangslage
Zuerst bestimmen wir die Ausgangslage mit einer strukturierten Selbstauskunft. Unser Risikofragebogen (siehe folgender Kasten) hilft dabei, alle relevanten Informationen systematisch zu erfassen und nichts zu übersehen.
Risikofragebogen jetzt herunterladen
Mit unserem Risikofragebogen startet jede Beratung bei uns. Mit zielgerichteten Fragen versetzt er uns in die Lage, Ihr Risikoprofil zu erfassen und Ihnen einen passgenauen Schutz anzubieten .
Zunächst erfassen wir Ihr Risikoprofil. Dazu gehören neben biometrischen Daten wie Körpergröße und Gewicht vorwiegend die genaue Ausgestaltung Ihrer beruflichen Tätigkeit. Auch Freizeitrisiken durch gefährliche Hobbys oder geplante Auslandsaufenthalte werden hier bereits präzise abgefragt.
Tiefenprüfung der Gesundheitshistorie
Der Kern des Bogens ist die systematische Abfrage von Behandlungen und Beschwerden der letzten fünf bis zehn Jahre. Wir strukturieren diese Abfrage nach Organsystemen, um sicherzustellen, dass keine „vergessene“ Diagnose unberücksichtigt bleibt. Unter anderem geht es um diese Bereiche:
- Herz-Kreislauf & Stoffwechsel: Von Bluthochdruck hin zu Schilddrüsenerkrankungen.
- Bewegungsapparat: Detaillierte Prüfung von Rücken-, Gelenk- oder Bandscheibenbeschwerden.
- Psyche: Erfassung von Belastungssituationen, Erschöpfungssyndromen oder Therapien.
- Stationäre Aufenthalte & Medikation: Dokumentation aller Klinikaufenthalte der letzten 10 Jahre sowie regelmäßiger Medikamenteneinnahmen.
Abgleich mit der „Aktenlage“
Hier schließt sich der Kreis zu Ihrer Patientenquittung, aus der alle Abrechnungsdiagnosen der vergangenen Jahre hervorgehen. Wir führen Ihre Angaben und die Informationen, die wir aus der Patientenquittung extrahiert haben, zusammen. Das Ergebnis ist Ihre Übersicht zum Gesundheitsstatus:
Jetzt haben wir eine detaillierte Übersicht über Ihren Gesundheitsstatus erstellt. Der ist die Grundlage für den gesamten weiteren BU-Antragsprozess. Gleichzeitig haben wir dabei gezielt Falschdiagnosen identifiziert, die unklar, widersprüchlich oder erklärungsbedürftig sind. Genau an diesen Stellen ist eine sorgfältige Einordnung entscheidend, da sie maßgeblich beeinflusst, wie Ihre Gesundheitsangaben später bewertet werden.
Falschdiagnosen erkennen und einordnen
Diese Falschdiagnosen wollen wir gemeinsam mit Ihnen widerlegen. Das geht auf verschiedenen Wegen.
Medizinische Unterlagen
Manchmal haben Sie bereits alles, was es braucht, um Falschdiagnosen zu entkräften. Es wurde eine Skoliose in den Abrechnungsunterlagen vermerkt, aber der MRT-Bericht schließt das ganz klar aus. Perfekt, dann wird es kein Problem sein, den Versicherer zu überzeugen, dass die Skoliose-Diagnose Unsinn ist.
Eigenerklärungen
Wir arbeiten gerne und viel mit Eigenerklärungen. Mit ihnen beschrieben sie einen Sachverhalt rund um eine Behandlung und eine Falschdiagnose mit eigenen Worten. Das hilft in vielen Fällen, absurde Diagnosen recht einfach zu entkräften.
Ärztliche Atteste
Nun gibt es aber Abrechnungsdiagnosen, die lassen sich nicht einfach mit einem MRT-Bild oder einer Eigendiagnose entkräften. Hier hilft nur ein Attest vom Arzt, der zum die ursprüngliche Diagnose aufgreift und bestätigt, dass die Beschwerden niemals bestanden haben oder nicht mehr bestehen. Mit solchen Attesten arbeiten wir jeden Tag, um die Gesundheitsprüfung für Sie zu vereinfachen.
Ärztliche Atteste – worauf es wirklich ankommt
Ein ärztliches Attest ist kein formaler Zusatz zum Antrag, sondern ein entscheidender Baustein, damit ein Versicherer eine Diagnose medizinisch richtig einordnen kann. Damit ein Versicherer die Angaben nachvollziehen kann, reicht eine pauschale Aussage wie „beschwerdefrei“ in der Regel nicht aus. Entscheidend ist, dass das Attest die damalige Diagnose verständlich erklärt und den aktuellen Gesundheitszustand klar beschreibt.
Wichtig ist zunächst die eindeutige Bezugnahme auf die konkrete Diagnose. Der Arzt sollte benennen, welche Erkrankung oder welcher Eintrag in der Patientenakte gemeint ist. Nur so kann der Versicherer das Attest der richtigen Stelle in den Unterlagen zuordnen.
Ferner braucht es eine medizinische Einordnung. Eine Diagnose steht selten für sich allein. Sie entsteht in einem bestimmten Kontext – etwa als Verdachtsdiagnose, als kurzfristige Reaktion auf Beschwerden oder im Rahmen einer Abrechnung. Genau dieser Hintergrund sollte im Attest beschrieben werden. So wird deutlich, ob es sich um eine tatsächlich relevante Erkrankung gehandelt hat oder um eine einmalige oder eher technische Einordnung.
Ebenso wichtig ist der Verlauf einer Erkrankung oder der Beschwerden. Der Arzt sollte darlegen, wie sich die Beschwerden seit der ursprünglichen Diagnose entwickelt haben. Wurde behandelt? Sind die Symptome vollständig abgeklungen? Gab es Rückfälle oder weitere Auffälligkeiten? Für den Versicherer ist diese Entwicklung oft entscheidender als die Diagnose selbst.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der aktuelle Gesundheitszustand. Hier geht es um eine klare Aussage, ob derzeit noch Beschwerden bestehen oder Einschränkungen vorliegen. Diese Einschätzung sollte konkret formuliert sein und nicht nur allgemein gehalten.
Abgerundet wird ein gutes Attest durch eine medizinische Prognose. Der Arzt sollte einschätzen, ob aus heutiger Sicht ein erhöhtes Risiko besteht, dass die Beschwerden wieder auftreten oder langfristige Folgen zu erwarten sind. Diese Einschätzung hilft dem Versicherer, das Risiko realistisch zu bewerten.
Das Gespräch mit dem Arzt
Ein Attest entsteht nicht von selbst. Es ist das Ergebnis eines Gesprächs, in dem der Arzt die damalige Situation noch einmal einordnet. Dabei hilft es, gut vorbereitet zu sein. Sinnvoll ist es, die betroffenen Diagnosen und Zeiträume konkret zu benennen und die entsprechenden Unterlagen mitzubringen. So kann der Arzt den Sachverhalt schneller nachvollziehen und gezielt Stellung nehmen.
Wichtig ist auch die Art des Gesprächs. Ärzte dokumentieren Diagnosen in erster Linie für medizinische und abrechnungstechnische Zwecke. Dass diese Einträge später für eine Versicherung relevant werden, steht dabei meist nicht im Vordergrund. Entsprechend geht es nicht darum, eine „falsche“ Diagnose zu korrigieren, sondern darum, den medizinischen Hintergrund verständlich darzustellen.
Atteste sind der Zugangscode zur BU
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet nicht nur Ihr tatsächlicher Gesundheitszustand über den Versicherungsschutz, sondern vor allem das, was in Ihrer Patientenakte oder in Abrechnungsunterlagen dokumentiert ist.
Abrechnungsdiagnosen sind dabei häufig ungenau, verkürzt oder missverständlich und können dazu führen, dass Sie aus Sicht des Versicherers kränker wirken, als Sie es tatsächlich sind. Diese Diagnosen dürfen weder ignoriert noch verschwiegen werden, sondern müssen richtig eingeordnet und nachvollziehbar erklärt werden.
Gerade ärztliche Atteste spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, unklare oder problematische Diagnosen medizinisch sauber einzuordnen. Dabei reicht eine kurze Bestätigung nicht aus. Entscheidend ist, dass die ursprüngliche Diagnose, ihr Hintergrund, der Verlauf und der aktuelle Gesundheitszustand verständlich und vollständig dargestellt werden.
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